Was haben Orthopäden mit Langeweile zu tun?

Als Kind hört man meistens nicht auf das, was einem die Eltern sagen. Es macht ja auch viel mehr Spaß, genau das Gegenteil zu tun. Dass man sich am Ende wünscht, man hätte doch darauf gehört, was einem gesagt wurde, erklärt sich von selbst.

Ich hatte an diesem Tag einen Freund zu Besuch und da es draußen in Strömen regnete, langweilten wir uns drinnen zu Tode. Es schien so, als gäbe es in meinem Kinderzimmer nichts, womit wir nicht schon hundert mal gespielt hätten. Also wanderten wir durch unser Haus auf der Suche nach einer lustigen Beschäftigung. Obwohl meine Mutter mir oft genug gesagt hatte, dass ich durch unseren gefliesten Flur auf Socken nicht rennen soll, weil ich wegrutschen könnte, fanden wir diese rutschige Fläche ganz toll. Es war doch fast wie Schlittschuhlaufen und das konnten wir schließlich beide. Ihre Sorgen fand ich also völlig unbegründet.

Immer abwechselnd führten wir auf den Fliesen unsere Kunststücke auf, schlitterten um die Wette und wurden immer übermütiger. Als ich wieder an der Reihe war, wollte ich meine Rekordzeit im Schlittern noch übertreffen. Leider konnte ich nicht mehr schnell genug bremsen, bevor ich in die Wand raste.

Mit sehr viel Schwung stieß ich also mit dem Fuß zuerst gegen die Wand. Die Schmerzen waren kaum auszuhalten und so brachte meine Mutter mich kopfschüttelnd zum Arzt. Der Orthopäde in Kronshagen war sehr freundlich zu mir und musste sogar ein wenig lachen, als ich ihm erzählte, wie alles passiert war. Mein Fuß wurde geröntgt und das Ergebnis war ein gebrochener Mittelfußknochen. Ich bekam ein Paar Krücken und durfte 6 Wochen lang nicht mit dem eingegipsten Fuß auftreten. Schlimm fand ich es allerdings nicht, da man auf den Gehhilfen auch wunderbar rumturnen konnte. Außerdem war ich mir sicher, dass mein Freund und ich am nächsten Regentag wieder eine lustige Beschäftigung finden würden. Vermutlich wieder eine, die meine Mutter uns eigentlich verboten hat.